Industriekauffrau/Industriekaufmann

Berufsbild

Die Aufgaben der Industriekauffrau / des Industriekaufmanns erfordern selbständige Sachbearbeitung in Form bereichsübergreifender und zum Teil komplexer Fall- bzw. Vorgangsbearbeitung sowie Teamarbeit. Kaufmännische Sachbearbeitung von Industriekaufleuten ist besonders geprägt durch
- erhöhte Kundenorientierung
- zunehmende Prozessorientierung kaufmännischen Handelns
- horizontale Aufgabenerweiterung entlang der betrieblichen Leistungskette
- stärkere Ziel- und Ergebnisorientierung
- erhöhtes Kosten- und Nutzendenken
- Intensivierung der Kommunikation; auch durch verstärkten Einsatz moderner Kommunikationsmittel

Die Tätigkeit als Industriekauffrau / Industriekaufmann verlangt eine berufliche Fachkompetenz, die dazu befähigt, wirtschaftliche, technische, ökologische und soziale Zusammenhänge in die Lösung komplexer betrieblicher Aufgaben und Problemstellungen einzubeziehen. Im Vordergrund stehen Prozesskenntnisse und das Wissen um die Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Vernetzungen im außer- und innerbetrieblichen Handlungsfeld. Dazu zählen insbesondere ein Grundverständnis der produktionstechnischen Ablauf- und Verfahrensweisen und Produktkenntnisse sowohl im Bereich der Materialwirtschaft als auch im Absatzbereich hinsichtlich Produkteigenschaften, Qualität, Leistungsmerkmalen, Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten und Umweltbedeutung.


Anforderungsprofil

Industriekaufleute müssen in der Lage sein, die Durchführung ihrer Aufgaben flexibel und kreativ zu gestalten. Dabei sind Schlüsselqualifikationen wie Team-, Konflikt-, Kritik-, Kommunikations- und Kontaktfähigkeit sowie Verantwortungsbereitschaft und Lern-, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit unabdingbar. Industriekaufleute sollten in der Lage sein, ihre Arbeitsergebnisse sprachlich angemessen unter Nutzung geeigneter Präsentationstechniken darstellen zu können. Mitarbeiterorientiertes Verhalten ist ebenso gefragt wie die Befähigung, an einer wirtschaftlichen, humanen und ökologischen Gestaltung der betrieblichen Arbeitswelt verantwortungsbewusst mitzuwirken.

Bei einem derartigen Anforderungsprofil ist es nicht verwunderlich, dass die Industriebetriebe vornehmlich Ausbildungsverhältnisse abschließen mit Abiturienten von allgemeinbildenden Gymnasien, Wirtschaftsgymnasien sowie qualifizierten Absolventen von Höheren Handelsschulen.

 

Ausbildungsverlauf

Die Ausbildung mit der Dauer von drei bzw. zweieinhalb Jahren findet sowohl in den Ausbildungsbetrieben als auch in der Berufsschule statt (duale Ausbildung). Den weitaus größeren Teil ihrer Ausbildungszeit verbringen die Auszubildenden in den Ausbildungsbetrieben. Hier werden sie mit den verschiedenen Arbeitsgegenständen und Arbeitsabläufen vertraut gemacht. Der Unterricht ist fächerübergreifend an 12 Lernfeldern ausgerichtet:

In Ausbildung und Beruf orientieren
Marktorientierte Geschäftsprozesse eines Industriebetriebes erfassen
Wertströme erfassen und dokumentieren    
Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen
Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
Jahresabschluss analysieren und bewerten
Das Unternehmen im gesamt- und weltwirtschaftlichen Zusammenhang einordnen
Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren
Investitions- und Finanzierungsprozesse planen
Unternehmungsstrategien, -projekte umsetzen



Die Unterrichtsfächer der Berufsschule sind drei unterschiedlichen Bereichen zugeordnet:

berufsübergreifender Bereich:
Deutsch/Kommunikation
Religionslehre
Sport/Gesundheitserziehung
Politik/Gesellschaftslehre

berufsbezogener Bereich (tiefergehende Informationen erhalten Sie hier):
Wirtschafts- und Sozialprozesse
Geschäftsprozesse
Steuerung und Kontrolle
Datenverarbeitung
Wirtschaftsenglisch

Differenzierungsbereich


Berufsabschluss und Berufsaussichten

Die Berufsausbildung endet mit einer gegliederten Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Die Prüfung in den Bereichen Geschäftsprozesse, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde wird schriftlich durchgeführt. Der Prüfungsbereich Einsatzgebiet besteht aus einer Präsentation und einem Fachgespräch. 

Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn
- im Gesamtergebnis,
- im Prüfungsbereich Geschäftsprozesse, 
- in mindestens einem der beiden schriftlichen Prüfungsbereiche Kaufmännische Steuerung und Kontrolle und Wirtschafts- und Sozialkunde,
- im Prüfungsbereich Einsatzgebiet
jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Die Industrie hat nach wie vor einen konstanten Bedarf an guten kaufmännischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Berufsaussichten sind daher - insbesondere für Absolventen mit guten Abschlüssen - durchaus als günstig zu bezeichnen.

Informationen zur Anmeldung und Formulare finden Sie hier.